Aufruf zur Antispe-Demo, gegen die Errichtung eines Tierversuchlabors der Firma Boehringer Ingelheim in Hannover

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Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim plant im nächsten Jahr in Hannover neben der Tierärztlichen Hochschule eine Tierversuchseinrichtung zu bauen, in der Impfstoffe gegen Krankheiten entwickelt werden sollen, die im Zusammenhang mit Massentierhaltung auftreten. Konkret sollen Stallungen mit einer Kapazität für 1000 Schweine errichtet werden und es existieren bereits Ausbaupläne, um später zusätzlich Versuche an Rindern durchführen zu können.
Boehringer Ingelheim, auf Platz 15 der Weltgrößten Pharmaunternehmen mit 2 % Weltmarktanteil, liegt weder das Wohl von Tieren, noch das von Menschen am Herzen, sondern einzig und allein die Profitmaximierung. Dies hat die Politik des Unternehmens in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Neben seinem Streben nach Gewinn plagen den Konzern keine Skrupel, wie beispielweise die Lieferung von Dioxin zur Herstellung des im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmittels „Agent Orange“ zeigt. In der jüngsten Vergangenheit machte Boehringer durch die Patentierung eines Arznei-Wirkstoffs in Indien negativ auf sich aufmerksam. Der Wirkstoff wird in Medikamenten zur Behandlung HIV-Infizierter Kinder eingesetzt. In vielen afrikanischen Ländern wurde Betroffenen der Zugang zum in Indien hergestellten Medikament erschwert oder verweigert, welches 4-mal günstiger ist, als das von Boehringer hergestellte.
Das der Konzern für die Erwirtschaftung seiner Gewinne nicht davor zurückschreckt, qualvolle Versuche an empfindungsfähigen Wesen durchzuführen, ist folglich wenig verwunderlich. Nach außen weiß Boehringer die Erforschung von Impfstoffen selbstverständlich als ein moralisch einwandfreies Handeln zum Wohle von Tieren zu verkaufen. Dabei ausgeblendet bleibt, dass die Krankheiten denen entgegengewirkt werden soll, ihre Ursachen in der Massentierhaltung selbst haben. Bei Erforschung, Herstellung und Verkauf von solchen Medikamenten wird von den Nebenwirkungen profitiert, die die industrielle Produktion von Fleisch mit sich bringt. Boehringer ist kein Freund von Tieren, sondern von dem System ihrer Ausbeutung und will mit der Optimierung von diesem sein Geld verdienen. Tiere haben in diesem System lediglich einen Wert als Ware und nicht als empfindungsfähige Lebewesen, die sowohl physisch wie psychisch leiden können.
Das Vorhaben eine Versuchseinrichtung in Hannover zu bauen, wurde von Boehringer ausführlich geplant und strategisch angegangen. Im Jahre 2006 plante das Unternehmen zunächst das Vorhaben in Tübingen zu verwirklichen. Nach Protesten der Bürgerinnen und Bürger wurde das Projekt jedoch zurückgezogen. In Hannover ist die Sache mit mehr Vorsicht angegangen worden und die Planung wurde mit so wenig öffentlicher Aufmerksamkeit wie möglich gestartet. Außerdem wurde die Unterstützung von einflussreichen Größen wie Ministerpräsident Wulff, Oberbürgermeister Weil, der Stadtverwaltung und anderen Lobbyisten und Profiteuren, allen voran die Tierärztliche Hochschule, sichergestellt.
Der Protest in Hannover formierte sich zunächst aus Bürgern des betreffenden Stadtteils. Entgegen erheblichen Protests ihrer Mitglieder, hat die ev.-luth. Jakobi-Gemeinde Kirchrode ein für das Vorhaben benötigtes Grundstück an Boehringer verkauft und somit ein großes Stück des Weges für das Unternehmen geebnet. Tierrechtsgruppen organisieren mehr und mehr an Protest und die Kampagne ist besonders in diesem Stadium auf kraftvolle Unterstützung angewiesen.

Kommt nach Hannover und zeigt Boehringer Ingelheim, dass ihr Tierversuchslabor hier ebenso wenig willkommen ist, wie in Tübingen oder sonst irgendwo!

Erhebt Eure Stimme gegen Tierversuche, Tierhaltung, Tierausbeutung und Speziesimus!

Herrschaftskrtische AntispeziesistInnen Hannover (HAH)
Tierrecht Aktiv